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Privatpraxis für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde I Allergologie

Impedanzmessungen und Tympanometrie

Bei der Abklärung einer Hörminderung muß die Wegstrecke des Schalls vom außen nach innen d. h. von der Ohrmuschel bis zum Gehirn abgeklärt werden. Der Schall wird normalerweise vom Gehörgang (=äußeres Ohr) zum Mittelohr und dann ins Innenohr und dann über den Hör- bzw. Gleichgewichtsnerv ins Gehirn weitergeleitet. Jede Störung auf dieser Strecke kann zu einer Hörminderung bzw. zu Tinnitus führen.

Die Strecke von Aussenohr (Ohrmuschel und äußerer Gehörgang) bis zum Trommelfell (Grenze zum Mittelohr) wird bei der klinischen Untersuchung beurteilt und bei Vorliegen von z. B. Ohrenschmalz durch eine Ohrspülung gereinigt und freigelegt. So kann der Schall ungehindert zum Trommelfell weitergeleitet werden.

Die konservative Abklärung von weiteren Ursachen einer Hörstörung geschieht dann mittels Audio- bzw. Tympanometrie.

Die wichtigste Impedanzmessung ist die Tympanometrie. Unter dem Begriff Tympanometrie versteht man die Messung des mechanisch-akustischen Widerstandes (Impedanz) des Trommelfells. Dadurch kann die Ursachen einer Schalleitungsschwerhörigkeit im Mittelohr wie Tubenkatarrh, Paukenerguß, Defekte der Gehörknöchelchenkette etc. bei geschlossenem Trommelfell abgeklärt werden.

Das Mittelohr ist normalerweise lufthaltig. Die Belüftung des Mittelohres wird durch die Tube (=Tuba Eustachii), die das Mittelohr mit dem Nasenrachenraum verbindet, erreicht.

Bei der Tympanometrie handelt es sich um die Messung des Widerstandes (=Impedanz) bzw. der Nachgiebigkeit des Trommelfells. Zuerst wird der Gehörgang durch einen Gummiballon abgedichtet. Der Gummiballon hat in der Mitte ein Loch, wodurch eine Meßsonde in den Gehörgang eingelegt wird. Die Meßsonde enthält drei Schläuche. Über einen Schlauch, der einen Lauspreche beherbergt, wird ein Ton mit einer Frequenz von 220 Hz in den Gehörgang also zum Trommelfell geleitet. Diese akustische Energie wird je nach Zustand des Trommelfells und des Mittelohres reflektiert. Je größer die mechanisch-akustiche Widerstand des Trommelfells ist, desto größer ist die Reflexion. Somit wird die Nachgiebigkeit (Compliance) des Trommelfells gemessen. Der zweite Schlauch enthält ein Mikrophon, das den vom Trommelfell reflektierten Schalldruck aufnimmt. Im Gehörgang herrscht normalerweise der atmosphärische Druck. Durch den dritten Schlauch können definierte Drücke im äußeren Gehörgang aufgebaut werden.

Die Kurven der Typmanometrie werden nach dem Speichern im Computer ausgedruckt. Bei einem regelrecht belüfteten Mittelohr sieht die Kurve wie ein Berg aus, wobei der Gipfel bei der Null-Linie liegt. Bei Störungen im Aussen- und Mittelohr z. B. Paukenerguß sind die Kurven entweder verschoben oder abgeflacht.